Aylin Derya Stahl
UNIVERSITÄT DER KÜNSTE BERLIN
Die Installation Desconocido greift die Bildlogik einer urbanen Verkaufsfläche für Magazine und Druckbilder auf. Die typologisch angeordneten Fundobjekte verdichten sich zu einer seriellen Bildansammlung, in der sich Frauenbilder, Gesten, touristische Sehnsuchtsmotive und landschaftliche Darstellungen wiederholen. Durch ihre chromatische Verschiebung verlieren die Bilder ihre ursprüngliche Funktion zu werben und anzuziehen und treten stattdessen alsentfremdete, instabile Oberflächen hervor.
Eternal City ist eine Installation aus drei Wandtafeln, gesammelten Objekten und einem autofiktionalen Text. Ausgangspunkt der Arbeit sind verblichene Kühlschrankmagnete welche als standardisierte Souvenirs touristischer Erinnerung die bereisten Orte in verkleinerte, alltagsnahe Bildformen übersetzen. Der gleichnamige Text Eternal City nähert sich Rom als einem von Bildern übersättigtem Stadtraum, in welchem Überbelichtung, Desorientierung und räumliche Unsicherheit sowohl das fotografische Bild als auch die ewige Stadt selbst instabil werden lassen.
Land And Rocks Weathered by The Sea and Air (stellt) die Repräsentation und Gewissheit unserer vertrauten Umgebung infrage. In einem beleuchteten Schaukasten vereint die Installation eine Ansammlung generischer Landschaftsabbildungen Zyperns, welche sich durch ihre chromatische Verschiebung immer weiter in die Distanz entziehen. Montage statt Perspektive erschafft den Raum, welcher aus fotografischen Teststreifen, verwitterten Postkarten und überlappenden Fotografien zum Übergangsort ohne Fluchtpunkt. Diese ‚Geografie des Dazwischens‘ ist in Zyperns militarisierter Pufferzone eine bittere Realität – eine Beobachtung, aus der die Arbeit ihre materielle Beschaffenheit und ihr gedankliches Fundament entwickelte.