DIE ZUKUNFT IST KEINE ZUKUNFT
Ausstellung vom 12. Februar 2011 - 30. April 2011
Finissage der Ausstellung
Samstag, 30.4.2011, 17.00 Uhr im atrium im museum FLUXUS+
Der Vortrag „Leben und Tod im Schamanismus“ beschäftigt sich mit der Einstellung des Schamanismus gegenüber Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit, Hässlichkeit und Schönheit. Was bedeuten Entstehung und Verwesung in der Natur und für unsere „Pachamama“? Und in der Kunst?
Von Februar bis Ende April stellt Amaru Cholango im museum FLUXUS+ als Rauminstallation das Kunstwerk „Die Zukunft ist keine Zukunft“ aus. Eine verbrannte Wohnungseinrichtung und der Schein, der noch züngelnden Flammen bestimmen die geschaffene Szenerie.
Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, 12. Februar 2011 war der Künstler anwesend und performte „Quo vadis“ – Wohin gehst du?“ Die Performance fand im Nachbargebäude, auf der großen Bühne des T-Werkes statt. Anschließend wurde die Ausstellung im museum FLUXUS+ eröffnet.
Die Ausstellung wurde mit freundlicher Unterstützung und durch die Schirmherrschaft des Botschafters von Ecuador, Herr Horacio Sevilla Borja realisiert.
Wir dankenPressemitteilung
Amaru Cholango ist Quechua-Indianer, wurde in den Anden Ecuadors geboren und erhielt eine schamanische Erziehung, welche seine Kunst bis heute prägt. Der weise Mensch, der Yachag (Schamane) ist in der materiellen und in der geistigen Welt zu Hause und vermag die Kräfte der beiden Welten miteinander zu versöhnen. Ebendies beabsichtigt Amaru Cholango unter anderem mit Hilfe von Ritualen und Worten in seiner Kunst. Ziel ist die Vergeistigung der Kunst, Ihre therapeutische Nutzung und damit das unmittelbare Handeln in der Welt und ihre Veränderung.
Nach einem Geologiestudium und einem Lehrauftrag für Mathematik in Quito, führte sein Schicksal Amaru Cholango als Stipendiant nach London. Dort entdeckte er die bildende Kunst, studierte Kunst in London, Basel und Bremen, lebte und arbeitete in Paris, Trier und Köln und hat heute sein Atelier in Bonn. Auch in seinem Heimatland Ecuador ist er immer wieder künstlerisch aktiv.
Aus dem Konzept zum Kunstwerk „Die Zukunft ist keine Zukunft“:
Die Geschichte der Menschheit und der Erde verläuft im immer wiederkehrenden Auf und Ab. Auf eine Blütezeit folgt unweigerlich der Untergang. Dem Tief wiederum, folgt das Entstehen neuer Kulturen an anderen Orten.
Die Zeit fließt wie ein großer Fluss, unaufhörlich, nie still stehend. Quelle und Mündung im Meer der Unendlichkeit. Die Vergangenheit liegt unveränderbar hinter uns, bildet unser Schicksal. Ihre Spuren sind eingeprägt im Gedächtnis der Welt.
Die Gegenwart ist nur ein wundersamer flüchtiger Hauch zwischen dem Gewesenen und dem Kommenden. Kaum seiend, schon vergangen.
Und dieses Große, Unabwendbare, auf uns Zukommende mit dem Namen Zukunft? Hat die Vergangenheit der Zukunft schon eine unveränderbare Form aufgezwungen oder können wir diese Form frei nach unserem Willen schaffen? Weder noch, die Zukunft wird sowohl durch Notwendigkeit als auch durch Freiheit und durch den freien Willen geschaffen.
Und wie steht es um die Zukunft der Menschheit und der Erde? Faulte die Frucht bevor sie reifen konnte? Unsere gesellschaftliche Entwicklung steckt in einer Sackgasse: wirtschaftlich, politisch, kulturell und vor allem spirituell. Wir brauchen neue Ideen und Lebensformen, das Denken des Undenkbaren. Noch schläft der wahre Mensch in uns, erst in der Zukunft wird er aufwachen.
Vielleicht ist die Kunst die Hebamme einer neuen Welt. Von der Sehnsucht nach dem Kommenden umweht, als Vorahnung der Zukunft, weckt sie die seelischen Kräfte des Menschen. In der heutigen Zeit der Dekandenz findet der Künstler seine Aufgabe im kompromisslosen Aufdecken von Lügen und Verfall unserer Zeit. Und auch die Kunst selbst stirbt mit ihrer Zeit um noch einmal zu blühen in einer neuen Zeit




