Vanessa Farfán - Analoge Analogien: Städte

Ausgangsmaterial der in Mexiko-Stadt geborenen und in Berlin lebenden Künstlerin Vanessa Farfán ist das ziellose Umherstreifen durch urbane Landschaften. In ihren kartographischen Zeichnungen, Gemälden, Objekt-collagen und Soundarbeiten vermischen sich individuelle Vorkenntnisse mit unmittelbarer Wahrnehmung und nachträglicher Erinnerung ihrer Wege durch Mexiko-Stadt, Peking und Berlin.
 
Auf ihren Streifzügen beruft sie sich auf höchst persönliche Erfahrungen und Erinnerungen, auf ungerichtete, unmittelbare Orientierung, und immer auch auf den Zufall, den Marcel Duchamp als „akzidentielle Erfahrung“ beschreibt. Das Leitsystem der Künstlerin beruht auf der Kontingenz ihrer Wahrnehmung ebenso wie auf jener ihrer gebauten, historisch gewachsenen Umgebung.
 
Die Prozessualität der Arbeiten von Vanessa Farfán wird dann am deutlichsten, wenn sie deren Bezugsrahmen neu arrangiert oder miteinander verknüpft: Etwa durch die Vertonung einzelner Bildelemente der Serie „Zeichencodierung Berlin“ durch ihren Kollegen Rodrigo Castillo Filomarino oder durch die Überlagerung der einzelnen durchwanderten Städte, wie in der Serie „MKV“, in der aktuelle wie vergangene Architekturen von Berlin und Mexiko-Stadt aufeinandertreffen. In solchen „Analogen Analogien“, auf die der Ausstellungstitel verweist, werden aus statischen Bildelementen, wie Faltungen, Prägungen und dem Einsatz von Farbe dynamische, geradezu fluide Kartographien, die über rein visuelle Referenzen hinausführen.
 
Im Spannungsfeld von Wissen über konkrete Orte und ihrer Erinnerung, zwischen kartografischen Blicken und in der Bewegung wahrgenommenen Details, verdichten sich Vanessa Farfáns Arbeiten zu urbanen Archäologien, in denen sich verschiedene Zeiträume samt ihrer Architekturen überlagern, Zeichensysteme sich vermischen und Bewegungsspuren einander ablösen.
 
Das museum FLUXUS+ befindet sich auf dem Areal der „Schiffbauergasse“ Potsdam, einem Sanierungsgebiet seit 2002. Unter anderem sind in die Sanierungsmaßnahme “Schiffbauergasse” Mittel der Städtebauförderung geflossen. Der Abschluss der Sanierungsmaßnahme in 2018 ist Anlass, dass am 5. Mai 2018 im Kunst- und Kulturquartier Schiffbauergasse der “Tag der Städtebauförderung” stattfindet. Die Veranstaltung dockt an die Jahreskampagne der Landeshauptstadt “1000 Jahre und ein Viertel Jahrhundert” an. In diesem Rahmen wird Vanessa Farfán am Samstag, 5. Mai in der Ausstellung sein und mit den Teilnehmern des Städtebautages über Ihre Arbeiten sprechen und diskutieren.
 
Die Ausstellung wurde von Julia Heunemann kuratiert.
Informationen zur Künstlerin - http://www.vanessafarfan.de
 

Analoge Analogien: Städte

4. Mai bis 20. Mai 2018
Vernissage
Donnerstag, 3. Mai 2018 - 17:00 Uhr
Artist Talk
Samstag, 5. Mai 2018 – 16:00 Uhr

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