Vorschau: Costantino Ciervo - Macht der Freiheit oder Freiheit der Macht

yes / no, Costantino Ciervo 2011
yes / no, Costantino Ciervo 2011

Sonderausstellungen im atrium
11. Februar – 29. April 2012 - FRIEDRICH 300

COSTANTINO CIERVO „Macht der Freiheit oder Freiheit der Macht“

Vernissage am Freitag, dem 10. Februar 2012 - 19.00 Uhr
Es sprechen
Heinrich Liman, Geschäftsführer des museum FLUXUS+
Matthias Reichelt, Kunstjournalist, Berlin

Am 24. Januar jährt sich der Geburtstag von Friedrich II., genannt der Große (1712-1786) zum dreihundertsten Mal. Leben und Wirken des mythenumwobenen preußischen Königs sind aufs engste mit Potsdam und Schloss Sanssouci verbunden. Aus diesem Grund würdigen die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Stadt Potsdam und Kulturland Brandenburg sowie weitere teils internationale Akteure den Preußenkönig mit dem Thema „Friedrich 300“ auf vielfältige Art und Weise. Auch das museum FLUXUS+ in der Schiffbauergasse widmet sich dem legendären König mit der Sonderausstellung „Macht der Freiheit  oder Freiheit der Macht“ des Multimediakünstlers Costantino Ciervo.

Costantino Ciervo, (*1961 in Neapel, seit 1984 in Berlin) wird in einer komplexen Rauminstallation Friedrich den Großen als animierte Videoprojektion auf zwei Schaufensterpuppen „zum Leben erwecken“. Der Künstler setzt sich dabei mit der höchst widersprüchlichen Persönlichkeit des Monarchen auseinander im Kontext der Begriffe Macht und Freiheit.

Der Machtbegriff ist aus den sozialphilosophischen, demokratie- und kulturtheoretischen Diskussionen nicht wegzudenken. Insbesondere Theorien Hannah Arendts und Michel Foucaults Machtphilosophie haben Macht aus der klassischen engen Verschränkung mit Herrschaft, Zwang und Gewalt gelöst und ihre produktiven Effekte freigelegt. Strukturmerkmale des Machtdenkens und Machtwirkungen durchdringen demnach alle (menschlichen und gesellschaftlichen) Bereiche wie Wissen, Recht/Verfassung, Politik, Sprache, Medien, Körper, Anerkennung etc.

Zwei frei im Raum platzierte Figuren mit einem „Hautüberzug“ aus getrockneten Hülsenfrüchten werden umringt von acht Monitoren und einer Videoprojektion an den Wänden. Die beiden Puppen führen einen fiktiven Dialog, ein Schlagabtausch von ausgewählten Zitaten aus Niccolò Machiavellis Schrift „Il Principe“ (dt. „Der Fürst“, von 1513) und dem sogenannten „Antimachiavell“ von Friedrich II. Letzteres ist eine politische Schrift des jungen Kronprinzen zur Widerlegung der Grundsätze des Florentiners und ersten politischen Denkers der Neuzeit (Rudolf Augstein), der politisches Handeln von religiöser Moral trennte. Die Monitore zeigen sprechende Konterfeis heutiger (diktatorischer) Machthaber, die einzelne Sätze aus Machiavellis „Fürst“ zitieren. Die Filmprojektion mit authentischen Bildern aus der jüngeren deutschen Geschichte und aktuellem Filmmaterial des arabischen Frühlings spannt den Bogen des Diskurses über Macht und Freiheit bis in die Gegenwart.

Die Frage mit der Rudolf Augstein seinen kritischen Artikel „Von Friedrich zu Hitler?“ anlässlich des 200. Todestages Friedrichs des Großen im Nachrichtenmagazin Der Spiegel (2006) enden ließ, ist immer noch berechtigt und müsste heute lauten: Vor dreihundert Jahren wurde er geboren. Soll man ihn feiern?

Costantino Ciervo ist einer der vier zeitgenössischen Künstler, die in der Dauerausstellung des privaten Kunstmuseums präsentiert werden. Mit seiner Lichtinstallation „The Ten Commandments“ ist er zudem auf dem Schirrhof vertreten. Zuletzt wurden seine Werke in der Sonderausstellung mit Performance „PROSTITUTION OF SIGNS“ 2009 in der Schiffbauergasse ausgestellt. Die neue Installation wird bis Ende April im atrium des museum FLUXUS+ zu sehen sein.

Zur Ausstellung erscheint im März ein Katalog.
Am 30. März 2012 Performance "Destroy Linear Time" / Costantino Ciervo
und Vorstellung des Ausstellungskatalogs

Das Kunstprojekt wurde durch die „Hans und Charlotte Krull Stiftung“, Berlin gefördert.

Internetseite Costantino Ciervo

Sonderausstellungen im atrium

5. Mai – 3. Juni 2012

museumFLUXUS+studis

Durchführung der 3. museumFLUXUS+studis. Wir bieten Studenten die Möglichkeit Arbeiten in einer Gemeinschaftsausstellung der Öffentlichkeit zu zeigen.

Anmeldungen ab 9. Januar 2012; Bewerbungsschluss 29.02.2012

mehr Informationen 

 

8. Juni – 19. August 2012

Mary Bauermeister in Potsdam

Fundstücke in Boxen, Kästen und Schachteln. In ihrem Atelier in Köln trafen avantgardistische Dichter, Komponisten und bildende Künstler und veranstalteten unkonventionelle Konzerte „neuester Musik“, Lesungen, Ausstellungen und Aktionen. Mary Bauermeisters „Prä"-Fluxus-Aktivitäten trugen erheblich zur Entwicklung dieser Kunstszene bei.

 

24. August – 2. September 2012

FLUXUS and a bowl of Tea
Weitere Informationen 

 

September: 50 Jahren Fluxus und die Auswirkungen auf andere Genre

mit Einzelveranstaltungen im September

 

7. September – bis 21.Oktober 2012

Prof. em. Birgit Hein

Fluxus und die Anfänge der Medienkunst

Mit der in Berlin lebenden Filmemacherin und Filmwissenschaftlerin Birgit Hein wird das museum FLUXUS+ Einblicke in die Anfänge der Medienkunst geben. Der Film ist als Ausdrucksmittel heute ganz selbstverständlich in der Kunst angekommen. Doch wie sahen die Anfänge aus?

 

26.Oktober – 11. November 2012

Ausstellung der Kunstprojekte der

Hans und Charlotte Krull Stiftung, Berlin