Vorschau: Costantino Ciervo - Macht der Freiheit oder Freiheit der Macht
Sonderausstellungen im atrium
11.
Februar – 29.
April 2012 - FRIEDRICH 300
COSTANTINO CIERVO „Macht
der Freiheit oder Freiheit der Macht“
Vernissage am Freitag, dem 10. Februar 2012 - 19.00 Uhr
Es sprechen
Heinrich Liman, Geschäftsführer des museum FLUXUS+
Matthias Reichelt, Kunstjournalist, Berlin
Costantino Ciervo, (*1961 in Neapel, seit 1984 in Berlin) wird in einer komplexen Rauminstallation Friedrich den Großen als animierte Videoprojektion auf zwei Schaufensterpuppen „zum Leben erwecken“. Der Künstler setzt sich dabei mit der höchst widersprüchlichen Persönlichkeit des Monarchen auseinander im Kontext der Begriffe Macht und Freiheit.
Der Machtbegriff ist aus den sozialphilosophischen, demokratie- und kulturtheoretischen Diskussionen nicht wegzudenken. Insbesondere Theorien Hannah Arendts und Michel Foucaults Machtphilosophie haben Macht aus der klassischen engen Verschränkung mit Herrschaft, Zwang und Gewalt gelöst und ihre produktiven Effekte freigelegt. Strukturmerkmale des Machtdenkens und Machtwirkungen durchdringen demnach alle (menschlichen und gesellschaftlichen) Bereiche wie Wissen, Recht/Verfassung, Politik, Sprache, Medien, Körper, Anerkennung etc.
Zwei frei im Raum platzierte Figuren mit einem „Hautüberzug“ aus getrockneten Hülsenfrüchten werden umringt von acht Monitoren und einer Videoprojektion an den Wänden. Die beiden Puppen führen einen fiktiven Dialog, ein Schlagabtausch von ausgewählten Zitaten aus Niccolò Machiavellis Schrift „Il Principe“ (dt. „Der Fürst“, von 1513) und dem sogenannten „Antimachiavell“ von Friedrich II. Letzteres ist eine politische Schrift des jungen Kronprinzen zur Widerlegung der Grundsätze des Florentiners und ersten politischen Denkers der Neuzeit (Rudolf Augstein), der politisches Handeln von religiöser Moral trennte. Die Monitore zeigen sprechende Konterfeis heutiger (diktatorischer) Machthaber, die einzelne Sätze aus Machiavellis „Fürst“ zitieren. Die Filmprojektion mit authentischen Bildern aus der jüngeren deutschen Geschichte und aktuellem Filmmaterial des arabischen Frühlings spannt den Bogen des Diskurses über Macht und Freiheit bis in die Gegenwart.
Die Frage mit der Rudolf Augstein seinen kritischen Artikel „Von Friedrich zu Hitler?“ anlässlich des 200. Todestages Friedrichs des Großen im Nachrichtenmagazin Der Spiegel (2006) enden ließ, ist immer noch berechtigt und müsste heute lauten: Vor dreihundert Jahren wurde er geboren. Soll man ihn feiern?
Costantino Ciervo ist einer der vier zeitgenössischen Künstler, die in der Dauerausstellung des privaten Kunstmuseums präsentiert werden. Mit seiner Lichtinstallation „The Ten Commandments“ ist er zudem auf dem Schirrhof vertreten. Zuletzt wurden seine Werke in der Sonderausstellung mit Performance „PROSTITUTION OF SIGNS“ 2009 in der Schiffbauergasse ausgestellt. Die neue Installation wird bis Ende April im atrium des museum FLUXUS+ zu sehen sein.
Zur Ausstellung erscheint im März ein Katalog.
Am 30. März 2012 Performance "Destroy Linear Time" / Costantino Ciervo
und Vorstellung des Ausstellungskatalogs
Das Kunstprojekt wurde durch die „Hans und Charlotte Krull Stiftung“, Berlin gefördert.
Sonderausstellungen im atrium
5. Mai – 3. Juni 2012museumFLUXUS+studis
Durchführung der 3. museumFLUXUS+studis. Wir bieten Studenten die Möglichkeit Arbeiten in einer Gemeinschaftsausstellung der Öffentlichkeit zu zeigen.
Anmeldungen
ab 9. Januar 2012; Bewerbungsschluss 29.02.2012
mehr Informationen
8. Juni – 19. August 2012
Mary Bauermeister in Potsdam
Fundstücke in Boxen, Kästen und Schachteln. In ihrem Atelier in Köln trafen avantgardistische Dichter, Komponisten und bildende Künstler und veranstalteten unkonventionelle Konzerte „neuester Musik“, Lesungen, Ausstellungen und Aktionen. Mary Bauermeisters „Prä"-Fluxus-Aktivitäten trugen erheblich zur Entwicklung dieser Kunstszene bei.
24. August – 2. September 2012
FLUXUS and a bowl of Tea
Weitere Informationen
September: 50 Jahren Fluxus und die Auswirkungen auf andere Genre
mit Einzelveranstaltungen im September
7. September – bis 21.Oktober 2012
Prof. em. Birgit Hein
Fluxus und die Anfänge der Medienkunst
Mit der in Berlin lebenden Filmemacherin und Filmwissenschaftlerin Birgit Hein wird das museum FLUXUS+ Einblicke in die Anfänge der Medienkunst geben. Der Film ist als Ausdrucksmittel heute ganz selbstverständlich in der Kunst angekommen. Doch wie sahen die Anfänge aus?
26.Oktober – 11. November 2012
Ausstellung der Kunstprojekte der
Hans und Charlotte Krull Stiftung, Berlin




